Von Windeln verweht - Die Geburt und das neue Leben mit Säugling // Teil 3


Vor fast drei Monaten hat sich unser Leben auf unbeschreibliche Art und Weise verändert. Der kleine Floh hat hier alles auf den Kopf gestellt und jeder Tag mit ihm ist ein neues Abenteuer. Man kann sich vor der Geburt einfach nicht vorstellen, wie das Leben mit Kind sich verändert. Ich habe es mir regelmäßig versucht auszumalen, aber die Realität ist nun doch tausendmal intensiver, so viel facettenreicher und um einiges anstrengender (hihi) als ich es mir je hätte vorstellen können. Wie versprochen kommt heute der dritte Teil dieser Serie, in der ich etwas über den Alltag mit Säugling plaudern werde.

Leider hatte Florian ja einen etwas holprigen Start (siehe auch hier), aber drei Monate später sieht die Welt schon ganz anders aus. Er entwickelt sich prächtig, isst wie ein Weltmeister (zumindest im Vergleich zu vorher...) und ist inzwischen auch nicht mehr an den Monitor angeschlossen, den wir aus der Klinik mitbekamen, um seine Atmung zu überwachen. 

Die ersten Wochen mit unserem neuen Familienmitglied verliefen komplett chaotisch. Essen war in der Anfangszeit eine Qual und ich war Tag und Nacht damit beschäftigt, dem leider sehr trinkschwachen Floh auch nur kleinste Mengen Milch einzuflößen. Manchmal saß ich anderthalb Stunden auf dem Sofa und habe mich in Geduld geübt. Manchmal hat er gar nichts getrunken, weil ich ihn nicht einmal wach bekommen habe. Das war wirklich ein Kampf. Sein Kind so zu mästen ist wirklich unangenehm und die Stimme des Kinderarztes im Kopf "Er muss jetzt aber wirklich zunehmen" ein ständiger sehr unangenehmer Begleiter. Schlaf war in dieser Zeit ein Fremdwort und ich hatte in meinem Leben noch nie so dunkle Augenringe. Wirklich schön war die Zeit nicht, da muss ich ehrlich sein. Dazu kam die Angst, die mich leider noch einige Wochen nach Flohs Aufenthalt in der Kinderklinik ständig begleitete...Was ist wenn er nachts nochmal Atemaussetzer hat? Was ist wenn er nicht genug zunimmt? Ist er stark genug, sich zu wehren, wenn er krank wird? Ein richtig blödes Gedankenkarussell, auf dass ich wirklich hätte verzichten können. 


Aber nach und nach, Woche für Woche, ist alles immer besser geworden und ich konnte mich endlich auch etwas fallen lassen und meine neue Rolle als Mami, auf die ich mich ja so unfassbar gefreut hatte, auch genießen. Inzwischen trinkt Florian auch ohne Zwang etwas größere Mengen Milch, lacht wie ein Weltmeister und wird immer runder und knuffiger. Es macht mich so glücklich zu sehen, wie toll er sich entwickelt und wie gut es ihm jetzt geht. Auch er kann jetzt endlich durchatmen und genießen :-)

Schlaf

Inzwischen hat sich so etwas wie ein sehr grober Rhythmus eingependelt. Floh schläft tagsüber immer mal wieder für kürzere Zeit, macht dann am Nachmittag meistens einen großen Schlaf und schläft dann in der Nacht zwischen 5 und 8 Stunden. Leider beginnt er diesen großen Nachtschlaf oft noch relativ früh, so dass er dann oft mitten in der Nacht aufwacht und danach nicht mehr super lange schläft, aber vielleicht verschiebt sich das ja bald noch etwas. Manchmal schläft er auch tatsächlich bis halb sechs durch - das sind die besten Tage :-)

Ernährung

Am Vormittag isst Florian ungefähr alle 2 Stunden und über den restlichen Tag verteilt alle 3-4 Stunden. Deswegen sind wir meistens erst nachmittags mal draußen irgendwo unterwegs, weil dann die Abstände länger werden und alles nicht so stressig ist. Er trinkt längst noch nicht so viel wie andere Kinder in seinem Alter und ist da einfach etwas schwierig, aber wir haben schon eine große Verbesserung zum Anfang feststellen können. Und so lange er zunimmt und zufrieden wirkt, mache ich mir auch keinen Kopf mehr.

Entwicklung

Es ist so toll zu beobachten, wie Florian sich entwickelt und was er tagtäglich Neues lernt. Er ist so ein fröhliches Kind und lacht jeden an, der sich mit ihm beschäftigt. Ein richtiger Sonnenschein :-) Er liebt seine bunte Erlebnisdecke, die er im Urlaub bekommen hat und liegt dort regelmäßig und greift nach den ganzen lustigen Tieren, die von oben herunterbaumeln. Außerdem ist er super gerne an der frischen Luft, liebt lange Spaziergänge und führt dabei sehr süße Gespräche mit den ganzen zwitschernden Vögeln.

Unser Alltag

In der Anfangszeit war Alex Zuhause und hat mir sehr viel geholfen. Das war echt super und auch für ihn total schön, weil er Florian so jeden Tag sehr intensiv erleben konnte, was ja berufsbedingt nicht alle Väter können. Damals waren die Nächte noch super anstrengend, weil Florian ja so schlecht getrunken hat und regelmäßig Tag und Nacht vertauscht hat. Wenn die Nacht schlimm war, habe ich den kleinen Floh so ab 6 Uhr morgens an Alex abgegeben und habe noch ein paar Stunden Schlaf nachgeholt. Dieses System hat wirklicht gut funktioniert. Nach und nach war das dann aber nicht mehr andauernd nötig und ich bekomme jetzt nachts einigermaßen genug Schlaf um tagsüber zu funktionieren. Am Anfang hat Florian außerdem abends ganz furchtbare Schreiattacken bekommen,  stundenlang gebrüllt und sich von nichts und niemandem beruhigen lassen, was wirklich schlimm für alle Beteiligten war... Das ist nun aber zum Glück auch sehr viel besser geworden, was echt angenehm ist.

Momentan arbeitet Alex meistens von Zuhause aus und ab und zu auswärts. Je nachdem, kann er den Floh auch mal kurz beaufsichtigen und ich springe kurz in die Dusche oder so. Das genieße ich sehr :-) Klar geht es auch mit Floh allein, aber wenn sich mir die Möglichkeit bietet, ein paar entspannte Minuten alleine im Bad zu genießen, dann lehne ich natürlich nicht ab!

Am Vormittag spielen Floh und ich viel, ich koche Mittagessen, kümmere mich um den Haushalt (mal mehr, mal weniger...), arbeite vielleicht an ein paar Blogsachen und im Idealfall gehen wir dann am Nachmittag raus. Momentan schüttet es leider so viel und da mag ich nicht so wirklich - ich bin schon ganz verzweifelt. Aber es kann nur besser werden. Am Abend koche ich dann Abendessen, bade den Floh (je nach Bedarf...) und dann versuchen Alex und ich etwas Zeit zusammen zu verbringen. Floh sitzt meistens in seiner Wippe und ist auch mit dabei (manchmal brav und manchmal nicht, haha). Irgendwann bringe ich ihn dann ins Bett und hoffe, dass er gut schläft :-)  Eine feste Bettzeit haben wir noch nicht wirklich, aber das kommt schon noch. Dann lese ich meistens noch ein bisschen im Bett, lausche nebenbei im Babyphone, ob wir ihn erfolgreich eingeschläfert haben und dann fallen mir irgendwann die Augen zu...

Und dann kommen wieder Tage, die komplett chaotisch sind und so gar nichts mit der Beschreibung oben gemein haben... das gehört auch dazu :-) Und das zu akzeptieren, erleichtert so einiges...! Ein kleines Baby ist eben keine Maschine und macht oft einfach was es will! Braucht man nicht immer zu verstehen.
      
Jetzt habt ihr also einen kleinen Einblick in unseren Alltag bekommen :-) Ich hoffe, der Beitrag gefällt euch. Bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe
Eure Stilblume

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