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#zweiunterzwei - Manchmal habe ich auch ein bisschen Angst

Freitag, 11. August 2017

Ihr kennt mich ja: Ich sehe eigentlich immer alles sehr entspannt, lasse mich nicht stressen und mache mir nicht allzu viele Gedanken. Ich liebe es, Mutter zu sein. Ich liebe es, jeden Tag dazu zu lernen und zu beobachten, wie mein kleiner Floh sich entwickelt und verändert. Es gibt kein größeres Geschenk, so viel steht für mich fest. Die blöden Tage gehören dazu und ich finde, wir haben die letzten 1 1/2 Jahre richtig gut gemeistert, auch wenn es natürlich nicht immer nur rosarot und super easy war. Nach langer Zeit hat sich ja auch Flohs Schlaf vor ein paar Wochen so richtig gut eingependelt und wir genießen es nun alle, nachts endlich wieder Kraft zu tanken. Momentan ist eigentlich alles einfach nur schön und es gibt gerade nichts, das ich ändern würde. Jeder Tag macht Spaß und Floh und ich sind ein komplett eingespieltes Team, machen alles zusammen und unser Alltag ist einfach total toll. Ich genieße diesen kleinen Menschen so sehr und kann mir nichts Schöneres vorstellen, als ihn jeden Morgen zu begrüßen und zusammen in einen neuen Tag zu starten. Und wenn ich mir dann vorstelle, dass sich diese Liebe und diese Freude in wenigen Wochen schon verdoppelt, bekomme ich ein totales Kribbeln im Bauch!

Aber ab und zu ertappe ich mich auch dabei, wie ich Angst bekomme. Angst vor der Anfangszeit mit Baby Nr. 2. Angst vor den unruhigen Nächten. Angst, dass ich Floh plötzlich nicht mehr so viel Zeit und Aufmerksamkeit schenken kann wie bisher - und er ist ja selbst noch so klein. Angst, dass ich plötzlich komplett überfordert bin. Gestern habe ich in meinen Kalender geschaut und die Wochen gezählt und danach überkam mich immer wieder ein mulmiges Gefühl, das sich auch nachts noch ab und zu nochmal meldete und mich nachdenklich zurückließ. Was ist, wenn ich das alles nicht schaffe? Ein Kleinkind und ein Säugling - oh Gott, wie soll ich das denn alles meistern!? Normalerweise kann ich solche Gedanken schnell zur Seite schieben und meinem verunsicherten Ich kontern Hey, das haben andere auch schon geschafft! Aber in letzter Zeit überwiegt immer öfter diese Angst. Vielleicht auch, weil der Geburtstermin immer näher rückt und alles immer realer wird. Dazu kommen die ganzen Hormone. Tja. 

Und dann habe ich mir irgendwann überlegt, was es denn überhaupt bedeutet das alles nicht zu schaffen. Bedeutet das, dass ich zwischenzeitlich im Chaos untergehe? Dass ich vielleicht nicht jeden Morgen geduscht bin und dem Postboten im Schlafanzug die Türe öffne? Dass ich es nicht in den Supermarkt schaffe und stattdessen Alex geht, oder ich mir die Lebensmittel einfach liefern lasse? Dass ich nicht aufwendig koche? Dass Florian vielleicht mal eine halbe Stunde Pumuckl schaut, damit ich kurz entspannen, oder in Ruhe das Baby füttern kann? Und plötzlich erschien mir das alles nicht mehr ganz so tragisch. Denn mit all diesen Dingen kann ich leben. Vielleicht ist es auch einfach diese unglaubliche Ungewissheit. Was wird unser Mädchen für ein Baby? Werde ich sie stillen können? Wird sie so viel schreien wie Florian damals? Wird unsere Anfangszeit zusammen auch so turbulent? 


Das sind sie also, die Gedanken einer Hochschwangeren mit Kleinkind. Natürlich überwiegt am Ende des Tages immer die Freude auf unser neues Familienmitglied und unser Leben zu viert. Aber ich habe wirklich großen Respekt vor den nächsten Monaten und ab und zu schiebe ich Panik. Das gehört wohl dazu. Und ihr da draußen? Sitzt vielleicht jemand im gleichen Boot und kann diese Gedanken teilen? Oder mag mir vielleicht jemand aus eigener Erfahrung erzählen, dass das schon alles klappen wird und ich es mit hoher Wahrscheinlichkeit überleben werde, haha!?

Alles Liebe
Eure Stilblume
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