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1 Jahr Mutter - Ein Résumé

Dienstag, 28. Februar 2017
Die Zeit rast. Die Tage gehen ineinander über. Florian wächst und gedeiht, lacht, schreit, weint und macht uns zu den glücklichsten Menschen auf der Welt. Seit nun schon fast einem Jahr darf ich seine Mami sein (am Donnerstag steigt die große Party!). Das ist ganz schön unglaublich und wirklich ein riesengroßes Abenteuer. Ich habe mir immer ausgemalt, wie es einmal sein würde. Und jetzt sind meine ganzen Träume Realität geworden und ich bin mittendrin. Eine Mutter! Eine Mutter, die Windeln wechselt, Tränen trocknet, Tiergeräusche macht... aber auch mal verzweifelt, müde, besorgt oder gestresst ist. Ja, es gehört einfach so viel mehr zum Muttersein, als ich es mir je hätte vorstellen können.

Heute möchte ich ein bisschen darüber reden, was ich im letzten Jahr als Mutter so alles gelernt und worüber ich so nachgedacht habe. Dazu gibt es ein paar sehr persönliche Bilder aus Florians ersten Lebenswochen, die es so noch nicht auf den Blog geschafft haben. Sie wurden mit dem iPhone gemacht, sind also nicht sonderlich fancy... Aber es sind wundervolle Erinnerungsstücke für uns, die ich heute mit euch teilen möchte 💕


Vor ziemlich genau einem Jahr begann also dieses Abenteuer! In dieser Zeit haben wir als Eltern so unglaublich viel gelernt. Während es am Anfang noch der komplizierteste und nervenaufreibendste Akt des Tages war, Florian einen frischen Pullover über den kleinen, zerbrechlichen Kopf zu ziehen, sind wir über die Monate immer souveräner geworden und mit unseren kleineren und größeren Aufgaben gewachsen. Was mir im Alltag als Mutter viel erleichtert, ist meiner Meinung nach meine entspannte Herangehensweise an die ganze Sache. Schon während meiner Schwangerschaft habe ich alles sehr gelassen genommen. Ich war in keinem Geburtsvorbereitungskurs und habe mir gedacht: Irgendwie kommt er schon raus (so war es übrigens auch!). Und glücklicherweise hat sich diese Gelassenheit auch durch die letzten Monaten gezogen. Ich mache aus nichts eine Wissenschaft, lese keine Ratgeber, lasse mich von anderen Müttern nicht verrückt machen... Ich mache einfach und handel ganz intuitiv nach meinem Bauchgefühl. Natürlich gibt es gewisse Dinge, an die man sich halten muss, oder die man vielleicht mal kurz googelt, gerade wenn es mal ein Problem gibt... aber allgemein ist das Muttersein für mich eine ganz natürliche Sache, die man weder nach einem Schema erlernen kann, noch sich irgendwie anlesen muss. Ich stresse mich nicht mit Florians Ernährung oder Entwicklung. Es ist mir relativ egal, ob er gerade einen "Schub" hat, oder ihm nur ein Pups quer hängt. Manchmal sind Babys halt anstrengender und manchmal ausgeglichener. Wir nehmen es so, wie's eben gerade kommt.


Wie fühlt es sich an, Mutter zu sein?

Ich habe lange überlegt, wie ich das alles, was ich tagtäglich erlebe für Außenstehende am besten beschreiben könnte. Dabei kam mir immer ein Wort, welches das Muttersein meiner Meinung nach ganz gut widerspiegelt. Es ist für mich eine Grenzerfahrung. Sowohl positiv als auch negativ. Ja - Florian bringt mich an meine Grenzen. Einerseits habe ich das Gefühl, noch nie so glücklich gewesen zu sein. Manchmal kann ich gar nicht fassen, wie viel Liebe ich für ihn empfinde. Ich könnte platzen vor Glück und tauche in wundervolle Gefühlswelten ein, die ich so noch nicht kannte. Andererseits gibt es auch Tage, an denen ich so müde und erschöpft bin, dass ich einfach nur heulen könnte. Dann geht alles schief, Florian ist schlecht drauf, wir haben beide kaum geschlafen und ich habe keine Kraft, allem gerecht zu werden. Solche Tage sind echt furchtbar und psychisch und physisch so anstrengend. Auch macht man sich manchmal Sorgen. Gerade Florians gesundheitliche Schwierigkeiten in der Anfangszeit haben mir schnell gezeigt, dass die Euphorie so schnell umschlagen kann und das andere Ende des Spektrums ein düsterer Ort ist, den man nicht allzu oft betreten möchte. 

"Pures Glück und schiere Verzweiflung gehen im Alltag einer Mutter oft Hand in Hand."

Pures Glück und schiere Verzweiflung gehen im Alltag einer Mutter oft Hand in Hand. Aber diese intensiven Gefühle, diese unglaublich vielschichtige Erfahrung, ist die wertvollste Aufgabe meines bisherigen Lebens. Und auch wenn es manchmal echt anstrengend und nervenzehrend ist... Das was hängen bleibt, sind die schönen Tage und mit Liebe gefüllten Momente.



Was hat mich das letzte Jahr gelehrt?

Eine riesige Sache, die ich in den letzten Monaten gelernt habe, ist dass man als Eltern einfach ganz selbstbewusst sein Ding durchziehen muss, egal was andere dazu sagen. Denn wenn man denkt, dass Themen wie Politik oder Religion polarisieren, hat man noch nicht den Fehler gemacht, mit anderen (meist selbst Eltern) über Erziehung oder ähnliches zu sprechen, haha. Das ist jetzt natürlich etwas überspitzt ausgedrückt, aber es ist wirklich etwas Wahres dran. Ich beobachte immer wieder, wie über alles vom Thema Schlafen (Wo? Wie?) bis zur Ernährung (Stillen? Wenn ja, wie oft? Wie lange?) diskutiert wird... und ganz ehrlich: Ich verstehe es nicht. Das soll doch jeder genau so machen, wie er es für richtig hält. Mir sind einige Lebensmodelle auch sehr fremd, aber anstatt mich darüber aufzuregen, mache ich es einfach so wie ich will. Aber: Als Mutter gehört man plötzlich einer ganz neuen und sonderbaren Spezies an und man kann in den Augen anderer eigentlich so gut wie alles verkehrt machen. Die Leute geben immer ihren Senf dazu, auch wenn man gar keinen wollte. Daran muss man sich erst gewöhnen. Und man muss lernen, diese ganzen Ratschläge und Informationen zu filtern und sollte sich bloß nicht verunsichern lassen. Wir machen hier einfach unser Ding und entscheiden ganz intuitiv. Und das ist, glaube ich, auch der Sinn einer Familie. Herausfinden, was funktioniert. Und das ist dann der Weg, den man zusammen geht.

"Die Leute geben immer ihren Senf dazu, auch wenn man gar keinen wollte!"


Manchmal kann ich immer noch nicht glauben, dass Florian wirklich uns gehört. Es ist so ein riesiges Wunder und ich denke, dass dieses Gefühl nie aufhört. Wahrscheinlich werde ich ihn sein Leben lang immer mal wieder ungläubig anstarren und mir in solchen Momenten innerlich denken: Das ist unserer. Wirklich wahr! Der absolute Wahnsinn! 


Auf das nächste Jahr mit unserem kleinen Floh!


Alles Liebe
Eure Stilblume
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