Sommerliches Outfit // Und die Frage: Haben wir verlernt zu genießen?

Letztens habe ich einen Artikel gelesen, der mich sehr nachdenklich gestimmt hat. Es ging darum, dass die Deutschen verlernt haben ihr Leben zu genießen. Dass sie so kontrolliert und pflichtbewusst sind, dass sie nicht mehr loslassen. Dass sie sich so zügeln, dass sie nichts Impulsives mehr tun. Dass sie so viel Stress haben, dass kein Platz mehr für die schönen Dinge im Leben ist. Mal etwas ganz Unüberlegtes tun? Lieber nicht. Über die Stränge schlagen? Ach nee. Stattdessen wird geschuftet und sich nichts gegönnt. Und auf Dauer macht das alles andere als glücklich und lebensfroh. Laut oben genanntem Artikel, haben viele Menschen hier bei uns in Deutschland einfach vergessen, wie das überhaupt geht: Sich im Moment verlieren, komplett loslassen, platzen vor Freude, weil das Leben so verdammt schön sein kann. Ja, auf der Suche nach dem Glück auch mal einen Fehltritt riskieren. Und das fand ich wirklich erschreckend. 
// Kleid: Parisian Collection via Asos (hier) // Sonnenbrille: Mango //


Immer wenn ich so etwas in die Richtung lese, denke ich mir: DU LEBST NUR EINMAL. Nur ein einziges Mal. Setz dich verdammt nochmal mit einem Glas Wein auf den Balkon und freu dich, dass du hier bist. Und stelle dir selbst regelmäßig die Frage: Wenn morgen alles aus ist, wie habe ich dann gelebt? Vielleicht ist es für manche aber leichter gesagt als getan. Sonst würden ja alle permanent freudestrahlend und Wein trinkend auf ihren Balkonen sitzen, keiner würde sich über seinen Job ärgern, niemand würde je wieder Diät machen und es gäbe keine Kriege mehr. Vielleicht ist es auch nicht immer so einfach. Vielleicht ist es auch unfair denjenigen gegenüber, die einfach mit vielen beruflichen oder familiären Belastungen klarkommen müssen. Und natürlich hat jeder auch einfach mal einen schlechten Tag. 

"Wenn morgen alles aus ist, wie habe ich dann gelebt?"


Dennoch glaube ich, dass viele Menschen weitaus zufriedener und glücklicher sein könnten, wenn sie das Problem ganz gezielt angehen würden. Davon bin ich wirklich überzeugt. Denn ein bisschen muss man auch für sein Glück tun. Wie heißt es nicht so schön: Jeder ist seines Glückes Schmied. Man muss sich ab und an vielleicht etwas motivieren. Auch mal ins kalte Wasser springen. Verstehen, was wirklich glücklich macht und was nur so tut. Sich trauen, Dinge zu ändern. Den Job, der einen seit Jahren ankotzt, einfach an den Nagel hängen. Freunde, die einen runterziehen, einfach ausmisten. In eine neue Stadt ziehen und ganz neu anfangen. Endlich segeln lernen. Die Wand im Flur blau streichen. Egal. Aber jede Entscheidung im Leben, sei sie noch so klein, kann einen entweder glücklicher machen oder nicht. Und man kann diese Entscheidungen selbst treffen. Das ist doch eigentlich toll, oder?




Ich sehe das so: Schöne Dinge und genusserfüllte Augenblicke hinterlassen einen Abdruck im Gedächtnis. Hässliche Momente und unangenehme Zeiten auch. Der allgemeine Gemütszustand entwickelt sich also in eine oder die andere Richtung, je nachdem, wovon man mehr erlebt. Ich glaube, es liegt auf der Hand, was man also tun sollte.

Ich akzeptiere kein Mittelmaß (oder gar Unzufriedenheit) in meinem Alltag und kann wirklich behaupten, dass ich mein Leben ausschließlich mit Dingen gefüllt habe, die mich glücklich machen. Da sind die Grundpfeiler, die alles aufrechterhalten, wie mein Alex, der kleine Floh, die Abwesenheit von Krankheit und ein Dach über dem Kopf, zum Beispiel. Aber im Alltag sind es auch oft die kleinen, eher unscheinbaren Dinge, die wirklich sehr zufrieden und glücklich machen können: Ein Spaziergang im Wald, der Duft frischer Wäsche oder ein kühles Glas Weißwein nach einem langen Tag. Manchmal muss man vielleicht auch nur die Augen aufmachen und ganz bewusst darauf achten, was einem der Alltag tatsächlich alles an Genuss und Glück bieten kann. Dem alltäglichen Stress darf man nicht immer die Oberhand gewähren. Wo kommen wir denn da hin?




Ein kleines Spiel, das einem ein bisschen besser vor Augen führt, wie schön das Leben eigentlich ist: Jeden Tag ganz bewusst eine Sache machen, die einen glücklich macht und die man so richtig genießt. Ich mache das so gut wie immer und ich kann es euch wirklich empfehlen. Das kann auch total banal sein. Mich macht manchmal schon mein Vanille-Cappuccino am Morgen glücklich. Außer ich bin wirklich müde. Dann braucht's schon etwas mehr, haha. Aber zurück zum Thema: Solltet ihr also zu den 55% der jungen Leute gehören, die das Gefühl haben im Alltag nicht mehr wirklich genießen zu können und verzweifelt nach dem Glück suchen, probiert es doch einfach mal aus. Integriert ein paar schöne Dinge in euren Alltag und ihr werdet sehen, wie er nach und nach anfängt zu blühen.

Alles Liebe
Eure Stilblume

Kommentare

  1. Hey Julia,

    ich kann die da nur zustimmen - ich habe mir die selbe Frage vor einigen Wochen gestellt und beantwortet. Eigentlich denke ich schon seit mehreren Monaten vielleicht sogar Jahren darüber nach, wie ich lebe(n will). Da ich einen kreativen Beruf habe, bei dem ich ortunsgebunden bin und nur einen Laptop brauche, habe ich mich nun entschieden um die Welt zu reisen und von dort aus zu arbeiten. Aktuell bin ich an der Küste von Südfrankreich.

    Liebe Grüße,
    Anne

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    1. Wie toll! Ich bin mir sicher, Du hast es da gerade wunderschön.....!

      Liebste Grüße
      Julia

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